Der kurzperiodische Komet 12/P Pons-Brooks wird immer heller und könnte gegen Ende des Monats nach aktuellen Vorhersagen mit bloßem Auge sichtbar werden. Momentan findet man ihn am Abendhimmel tief im Nordwesten im Sternbild Fische. Am besten benutzt man zur Suche ein gutes Fernglas an einem Ort mit wenig Lichtverschmutzung. Man erkennt ihn als diffus nebeliges, evtl. leicht grünliches Objekt mit hellem Zentrum. Pons-Brooks besucht uns alle 71 Jahre und war erst der zwölfte Komet, dessen Periodendauer man bestimmt hat, daher auch seine Bezeichnung. Sein sonnenfernster Punkt liegt etwas außerhalb der Neptunbahn, sein Perihel, das er am 21.4. erreichen wird, liegt bei nur 0,8 Astronomischen Einheiten (Entfernung Erde-Sonne). Sein Orbit hat eine große Neigung gegenüber der Erdbahnebene von 74° und kreuzt die Erdbahn nicht. Er wurde nach seinen Entdeckern Jean-Louis Pons (1812) und Walter Brooks (Wiederentdeckung 1883) benannt, obwohl er bereits im Jahr 1385 als Schweifstern beobachtet worden ist. Das Bild unseres Astrofotografen Martin Sponsel vom 8. März zeigt bereits alle typischen Komponenten eines Kometen in Sonnennähe: Die grünliche Koma, den bläulichen Plasmaschweif und den weißen Staubschweif.

Komet 2024
Bild: Martin Sponsel


astronews.com - Aktuelle Meldungen

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    Im Rahmen einer neuen Bettruhestudie erforscht das DLR in Zusammenarbeit mit der NASA ab Herbst 2024 warum Astronautinnen und Astronauten Koordinationsprobleme haben und was dagegen hilft. Gesucht werden dafür zwölf Probandinnen und Probanden, die 88 Tage im Kölner :envihab verbringen möchten, davon 60 Tage im Bett. (10. April 2024)
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    Mithilfe von Daten des Weltraumteleskops CHEOPS und anderer Satelliten könnten Forschende eine sogenannte Glorie in der Atmosphäre des Exoplaneten WASP-76 b entdeckt haben. Diese Lichterscheinung kommt auf der Erde recht häufig vor, wurde aber ansonsten nur noch auf der Venus beobachtet. Weitere Daten, etwa von James Webb, könnten helfen, die Entdeckung zu bestätigen. (9. April 2024)
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    Braune Zwerge sind Objekte, die massereicher sind als Planeten, aber noch nicht massereiche genug, um in ihrem Inneren dauerhaft nukleare Fusionsprozesse zu starten. Doch entstehen Braune Zwerge wie Sterne oder ähnelt ihr Entstehungsprozess eher dem von Planeten? Beobachtungen mit dem Radioteleskopverbund ALMA lieferten nun neue Hinweise. (5. April 2024)
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    Der nächste Stratosphärenflug des ballongetragenen Sonnenobservatoriums Sunrise III ist für den Frühsommer dieses Jahres geplant. Mit der Abfahrt der Flughardware in dieser Woche zum Startplatz am Polarkreis begann die letzte und entscheidende Missionsphase. Sunrise hat bereits bei zwei vorherigen Flügen einzigartige Daten von der Sonne eingefangen. (4. April 2024)
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  • Sonne: Langperiodische Schwingungen und die Sonnenrotation
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  • Leben: Erstes Leben durch natürliches Recycling von Molekülen?
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  • Gaia und SDSS: Zwei der frühesten Bausteine der Milchstraße identifiziert
    Mithilfe der ESA-Mission Gaia und der SDSS-Durchmusterung wurden zwei der frühesten Bausteine der Milchstraße identifiziert: Es handelt sich dabei um die Überreste zweier Galaxien, die vor zwölf bis 13 Milliarden Jahren mit einer frühen Version der Milchstraße verschmolzen sind und so zum frühen Wachstum unserer Heimatgalaxie beitrugen. (21. März 2024)

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